Die Wildbiene

Die Wildbiene

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Als Wildbienen bezeichnet man sämtliche Bienenarten der Überfamilie Apoidea mit Ausnahme der Honigbienen und auch nicht etwa die wildlebende Urformen oder verwilderte Stämme der Honigbiene.

 Lebensräume der Wildbienen 

 Es gibt etwa 30.000 unterschiedliche Wildbienenarten auf der Erde, in Deutschland laut der Ronald Burger, Bienenexperte der Pfälzer Naturforschungs-Organisation Pollichia über 570. Sie unterscheiden sich optisch oft nur in winzigen Merkmalen voneinander, sei es die Färbung oder Musterung der Insektenkörper. Die verschiedenen Arten zeigen Längen zwischen 1,3 Millimetern und drei Zentimetern. Gravierend verschieden sind hingegen die bevorzugten Nahrungspflanzen und Nistplatzanforderungen. Viele solitär lebende Wildbienen sind auf eine einzige Pflanzenart symbiotisch angewiesen. Wenn sie diese nicht mehr bestäuben, verschwindet unter Umständen auch die ganze Population dieser Pflanzenart. 

 

Unterstützung der Ansiedlung dieser Nützlinge im Garten

 Die Bestäubungsleistung der Wildbienen und Hummeln ebenso wie die Schadinsektenvertilgung durch Grab- und Solitärwespen (nicht zu verwechseln mit den staatenbildenden Echten Wespen) macht diese Insekten zu erwünschten Nützlingen. Um ihre längerfristige Ansiedlung im eigenen Garten oder Umfeld zu gewährleisten, kann man ihnen Wohnstätten und Nistgelegenheiten einrichten. Durch die in Deutschland ausgeprägte Neigung zu steriler Aufgeräumtheit, d.h. Beseitigung von Totholz, Trockenhalmen, Reisighaufen und Lesesteinhaufen selbst in den optisch nicht störenden toten Winkeln sind die natürlichen Lebensräume oft mitbeseitigt. Indem der Gärtner Trockenmauern für erdbewohnende Arten baut und z.B. aufgehängte Baumscheiben für die Totholzbewohner kann er bzw. sie viele neue, nützliche Insekten anlocken.

 Die Baumscheiben werden mit einer Bohrmaschine mit vielen unterschiedlich dicken Löchern versehen. Diese Bohrlöcher sollte man mit einem Senker ansenken(Besiedlung erfolgt dann besser! Der Eingang ist dadurch besser anzufliegen) und dann in einen sonnigen Winkel(Ausrichtung: Süden) des Baumes aufhängen. Merke: Die meisten Bienen brauchen viel Wärme. Unbedingt erforderlich ist eine kleine Regenschutz-Vorrichtung(Bienenhotel kann man bei mir auch kaufen! Der Gewinn daraus geht in die Naturschutzgebiete meiner Stände). Manche Wildbienen-Arten benutzen markhaltige Holzstückchen als Nistplatz (Holunder), entfernen das Mark und nutzen den Hohlraum als Kinderstube. Es gibt Arten, die vergrautes Holz benötigen, in frischem Holz nisten sie nicht. Verlassene Röhren von Käferlarven, ehemals bewohnte Gallwespenblasen oder Schneckenhäuser werden ebenfalls als Wohnstätten von einzelnen Spezies genutzt. Als Niststätten können ebenso Bambusstäbe von 3 bis 8 mm Durchmesser angeboten werden. An einem Ende muss aber der Knoten noch erhalten sein. Die Bambusstäbe mit Draht bündeln, stehengebliebene Sägesplitter entfernen.

Man kann die Wildbienenarten nach ihrer Lebensweise in drei Großgruppen einteilen.

 Bienen mit kollektiver Lebensweise 

Die bekannteste Gruppe, daraus sind die Hummeln(31 Arten in Deutschland, in Europa 53) und den teilweise (nur wenige Arten) domestizierten Honigbienen, sind die Bienen mit kollektiver Lebensweise.  Hummelarten: Wiesenhummel, Dunkle Erdhummel, Gartenhummel, Ackerhummel, Steinhummel, Baumhummel, Helle Erdhummel, Kryptarum Erdhummel, Große Erdhummel usw. Will man Hummelarten unterscheiden hat man folgendes Problem: Keine andere Bienenart hat solch ein Varriation in Ihrer Farbe, wie die Hummel.

Diese Bienen betreiben im Gegensatz zu Solitärbienen Brutpflege; sie versorgen und füttern ihren Nachwuchs, wenn dieser schlüpfet und treten mit ihm in Wechselwirkung. Mehrere Weibchen nutzen eine gemeinsame Nestanlage und schließen sich zu größeren Bienenvölkern zusammen. In diesen neu gebildeten Staaten herrschen unter einer Königin eine strenge Hierarchie und die Einteilung der Bienen in Kasten.

Ein Honigbienenvolk besteht kontinuierlich über mehrere Jahre, ganz im Gegenteil zu den anderen sozialen Bienen, den Hummeln. Hier ist dieses Verhalten nur in einem bestimmtem Zeitraum, in der Vegetationszeit(ab März bis August) zu finden. Danach löst sich der Staat(Hummelvolk 70-150 Individiun) auf und alle Tiere sterben ab, bis auf die jungen, bereits begatteten Königinnen. Diese fliegen aus und suchen sich geschützte Verstecke zum Überwintern, um dann im nächsten Frühjahr wieder ein neues Volk zu gründen. Hummel darf man nicht der Natur entnehmen, Ausnahme eine Amtliche Erlaubnis von seiten der Behörden. Hummelproduktzenten haben mit Inzucht schwer zu kämpfen. Sie brauchen Wildhummeln um die Populationen vor Inzucht schäden zu schützten. Hummel werden für die Tomatenbestäubung gebraucht. Bei sonstige Bestäubungsfälle nimmt man die Honigbiene. Da sie Blütenstätig ist und mehr Individiums an Flugbienen besitzt(20.000). Ein Hummelvolk wird ohne Königin zur Bestäubung eingesetzt, der Kasten enthält ca. 250 Hummeln. Da die Blühpflanzen nur ab einer bestimmten Temperatur Nektar abgegeben nützt es den Hummel auch nichts das Sie zu erst fliegen. Gleichzeitig muß man ja auch feststellen, das sie erst mit den Sammeln anfangen, wenn die Honigbiene auch damit anfängt. Hummeln sind nicht blütenstetig, das heißt Sie fliegen mal auf die Pflanze und dann mal auf einer anderen. Dabei geht sie auch nicht sorgfälltig dabei vor. Wenn Sie nicht an den Nektar so einfach heran kommt. Bricht sie auch seitlich in der Blüte ein und es kommt auch mal vor, das Sie Stempel usw. verwüßtet in der Blüte, wenn ihr was nicht passt. Eine Honigbiene geht behutsamer vor und geht auch den ganzen Stempel entlang. Das sieht man ganz deutlich bei Erdbeeren. Sind sie sehr gut geformt, dann sind Bienen die Bstäuber gewesen. Sind sie aber nicht gut geformt, dann war es eine Hummel. Erdbeerbauen in Deutschland in der Freilandkultur interessiert es wenig - Der Kunde ist es egal, wie seine Erdbeeren aussehen! Nur die Erdbeeranbauer die Wert auf eine hohe Qualität legen, lassen Imker kommen. Dafür erzielen Sie auch einen guten Preis für Ihre Produkte. Manche Pflanzen brauchen aber die Hummel zur Bestäubung da Sie einen längeren Rüssel besitzt als die Biene.

Insbesondere bei Furchenbienen (Gattungen Halictus und Lasioglossum) gibt es verschiedene Stadien der sozialen Lebensweise: manche Arten bilden Nestaggregationen (d.h. mehrere Weibchen nisten nahe beieinander) und bei anderen Arten benutzen mehrere Weibchen ein gemeinsames Nest, wieder andere Arten versorgen im gemeinsamen Nest ihre Brut gemeinsam (wie zum Beispiel die o. g. Hummeln und die Honigbiene). Dies nennt man, wenn dann auch unfruchtbare Tiere vorkommen, eusozial.

 Solitär lebende Bienen 

Die solitär lebenden Bienen, so genannte Einsiedlerbienen, sind jedoch die größte dieser drei Gruppen. Diese Bienen sind Einzelgänger und sowohl Weibchen und Männchen, die als Larve überwintert haben, kommen im Frühjahr des nächsten Jahres aus der Brutröhre heraus, um für Nachkommen zu sorgen. Da die Individuen dieser Arten nur wenige Wochen zu leben haben, beginnt das Weibchen nach der Paarung sofort mit dem Nestbau und mit der Sammlung von Nektar und Pollen. Die eingeholte Nahrung dient nur zu einem kleinen Teil der Deckung des eigenen Bedarfes. Vielmehr lagert die Biene die Nahrung in einer Brutzelle an, in die sie, wenn ausreichend Nektar und Pollen angesammelt sind, ein Ei ablegt. Daraufhin verschließt die Biene das Gelege mit einer Trennwand aus Lehm u.a., um im Folgenden weitere Brutröhren anzulegen. Dieses Verhalten wird als Brutfürsorge bezeichnet. Die später schlüpfende Larve kann sich dann von dem angesammelten Proviant ernähren und entwickelt sich weiter zur ausgewachsenen Biene.

Rote Mauerbiene (Osmia rufa). Sehr gut sind die drei Punktaugen (Ocelli) zu erkennen. Weibchen 9-12mm ungefair so groß wie die Honigbiene. Der Name kommt daher. das der Hinterleib oberseits rotbräunlich ist. Kopf und Brust sind dunkel gefärbt. Die Mauerbiene gehört zu den Bauchsammelbienen, die den Pollen in einer speziellen Bauchbürste unter dem Hinterleib sammelt. Zu den Bauchsammelbienen gehört auch die Scherenbiene!

Männchen sind bedeutend kleiner und haben länger Fühler wie auch eine helle Gesichtsbehaarung( es sieht so aus als, wenn Sie ein weißlichen Bart haben aus). Mauerbienen kann man von April bis Juni in der freien Natur beobachten.

 

Zu den Beinsammelbienen gehört die Hosenbiene(Dasypoda hirtipes), der Pollen wird in einer Bürste an den Hinterbeinen gesammelt.

Fuchsrote Sandbiene (Andrena fulva)

 Kuckucksbienen 

Die dritte und letzte Gruppe sind die Kuckucksbienen(10Arten in Europa und in Deutschland vertreten). Ihren Namen haben sie deswegen, da sie anders als ihre Verwandten aus den vorherigen Gruppen, keine Nester bauen. Vielmehr haben sie sich darauf spezialisiert, fremde Nester für die Aufzucht ihrer eigenen Brut zu nutzen. Sie nutzen die Gelegenheit, wenn die Nestbauerin (meist eine Solitärbiene) gerade auf Pollensuche ist, aus und legen ihre Eier in die fremde Brutzelle, die schon teilweise mit Vorrat gefüllt ist. Nehmen die Schmarotzerbienen in einer Wirtspopulation überhand, so bricht diese im nächsten Jahr bei ungünstigen Verhältnissen zusammen, da nun die Anzahl der Schmarotzer die der Wirte übersteigt. Folgerichtig verschwinden dann auch alle Schmarotzer. Einzelne überlebende oder eingewanderte Solitärbienen bauen nach und nach von neuem eine Wirtspopulation auf, und bald ist auch wieder die Schmarotzerart zu finden. Interessanterweise bevorzugen Kuckucksbienen oft die gleichen Pflanzen als Nahrungsquellen wie ihr Wirt.

  Gefahr für den Menschen? 

Wildbienen greifen von sich aus nie Menschen an. Während Honigbienen und manche Hummelarten in der Nähe des Nestes einen Störenfried gezielt angreifen und zu vertreiben versuchen, kommt es bei den anderen heimischen Bienen nur dann zu einem Stich, wenn sich die Weibchen individuell bedroht fühlen, z.B. wenn man die Tiere zwischen den Fingern drückt, mit bloßen Füßen auf sie tritt oder sie zwischen Bekleidung und Haut geraten. Man kann sich völlig gefahrlos selbst in großen Nestansammlungen aufhalten, wo Tausende von Weibchen dicht beieinander nisten.